Das iiCamp von YouCan Trust - Nachhaltige Förderung eines interkulturellen Dialogs unter allen Beteiligten, und zwar auf Augenhöhe.

Das iiCamp - Intercultural Innovation Camp - fand dieses Jahr zum zweiten Mal in Siem Reap, Kambodscha statt. Inga Palme, KNI-Coach und Trainerin, von YouCan Trust Deutschlande gibt Einblick in die Ziele des Camps und die Vergabe des Kompetenznachweis International.

Das iiCamp - Intercultural Innovation Camp - fand dieses Jahr zum zweiten Mal in Siem Reap, Kambodscha mit Jugendlichen und jungen Menschen aus Deutschland und Kambodscha statt.  

Ziel der Camps ist die Entwicklung und nachhaltige Förderung eines interkulturellen Dialogs unter allen Beteiligten, und zwar auf Augenhöhe.   

Interkultureller Dialog setzt interkulturelle Kompetenz voraus

Dabei verstehen wir interkulturellen Dialog an sich als Zusammenspiel verschiedenster Fähigkeiten, und zwar aufbauend auf interkultureller Kompetenz. Bedingt doch wirklicher Dialog Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit, kulturelle Selbstreflexion, Lernfähigkeit und vieles andere mehr.     

Wir von YouCan Trust meinen, dass solch ein interkultureller Dialog auf Augenhöhe und die damit verbundenen Kompetenzen am besten über gemeinschaftliche Projekte entstehen und nachhaltig gewährleistet werden kann.   

Die  Projekte und Themen im iiCamp sind  daher so angelegt, dass es nur im Team möglich ist, Ergebnisse zu erzielen. Es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und nicht auf Basis “Reiche helfen Armen”. In unserem diesjährigen Projekt “Learn a Language: Khmer - Entwicklung einer Khmer-Sprachapplikation für Touristen” wird dies besonders deutlich.

Die deutschen TeilnehmerInnen benötigten die kambodschanischen Studenten als Muttersprachler für die mobile Sprachapplikation. Die kambodschanischen StudentInnen brauchten wiederum die deutschen TeilnehmerInnen für die Gestaltung und Programmierung. Es wurde gemeinsam diskutiert, welche Begriffe denn überhaupt den sechs vorher im Team vereinbarten Kategorien zugeordnet werden sollten. Und das für die Applikation benötigte Bildmaterial fand sich unter anderem bei gemeinsamen Ausflügen während der Freizeit. 

Über Freiräume non-formales Lernen bewirken  

Ein weiterer Bestandteil unseres iiCamps besteht darin, dass der Tagesablauf für die TeilnehmerInnen ausreichend Freiraum für die eigene Gestaltung zulässt. Dies betrachten wir als eine unabdingbare Grundlage für non-formales Lernen in seiner Gesamtheit. Der von uns vorgegebene Rahmen bestand hierbei in lediglich zweistündigen morgendlichen Meetings an den Wochentagen. Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung.  

Denn wie wird sich verhalten, wenn man eben nicht für Stunden in Arbeiten im Rahmen eines Projektes eingebunden wird? Ein Ansatz, der zunächst bei einigen der deutschen TeilnehmerInnen für Erstaunen sorgte. Es kamen  Fragen auf wie: "Warum arbeiten wir nicht den ganzen Tag?" oder "Wieso ist so wenig organisiert?" Schließlich galt es, während des Camps ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, damit die kambodschanischen Jugendlichen schnellstmöglich über die Erlöse aus dem Verkauf der Sprachapplikation unterstützt werden können.    

Doch schnell stellten sich die deutschen TeilnehmerInnen auf diese für sie überraschende Situation ein und entwickelten eigene Ideen und Konzepte, welche zusätzlich zu den vereinbarten Zielen auch zu weiteren vorher nicht definierten Ergebnissen führten. So wurden in Eigeninitiative Museen zum besseren Verständnis der Kultur vor Ort besucht und die Erlebnisse mit den kambodschanischen StudentInnen diskutiert. Auch wurden eigene Ideen entwickelt und durchgeführt, wie Interviews mit Einheimischen oder Konzepte zur Vermarktung einer Landkarte von Angkor Wat. (Die Karte wurde im iiCamp 2011 konzipiert) Als Ergebnis kam es zu Gesprächsterminen mit Marketingleitern verschiedener hochpreisiger Hotels in Siem Reap. Dabei wurden die Termine gemeinsam von einem Teil der deutschen und kambodschanischen CampteilnehmerInnen wahrgenommen.  

Die Konzeption des Intercultural Innovation Camps birgt somit vielfältige Situationen auf unterschiedlichen Ebenen, welche es zu meistern galt. Durch die Vielfalt der Situationen konnten sich die TeilnehmerInnen je nach Neigung in ihren Kompetenzen beweisen und stärken. Sechs von sieben der deutschen TeilnehmerInnen ließen sich ihre Kompetenzen im Kompetenznachweis International dokumentieren.     

Als zusätzlicher positiver Effekt sind im Verlauf des Camps Vertrauen und Freundschaften unter den Beteiligten entstanden. Dies  mündete in gemeinsame Freizeitgestaltung wie Einladungen zum Essen in einheimische Familien, gemeinsames Schwimmen im See oder der Besuch von Karaoke-Veranstaltungen und mehr. Allesamt Unternehmungen, welche regulären Touristen eher vorbehalten bleiben.       

Darüber hinaus lässt sich die Tiefe der Beziehungen an ihrer Nachhaltigkeit ablesen. Denn auch nach dem iiCamp beobachten wir einen aktiven Austausch sowie Hilfestellungen untereinander bei auftretenden Problemen.  

Themen für das Intercultural Innovation Camp in 2013

Das Projektthema für das iiCamp in Kambodscha in 2013 ist die Entwicklung und Vermarktung eines Kochbuches der landestypischen Küche. Erstmalig wird auch ein weiteres Camp in Yogyakarta, Indonesien stattfinden. In diesem Camp wird es Aufgabe sein, die Khmer Sprachapplikation auf die indonesische Sprache Bahasa zu adaptieren.  

Weitere Informationen auf unserer Internetseite unter www.iicamp.org. Dort bieten wir auch die Qualifizierung zum KNI Coach an.

 

Text: Inga Palme, YouCan Trust Deutschland (http://www.youcan-trust.org)