Die Spekulanten freuen sich schon auf die Politik der Freien Wähler.

Was ist Ihre Lösung für die Euro-Krise?

Die Spekulationsbanken müssen reguliert werden. Zocken auf eigenes Risiko, kein Rettungsschirm als Vollkaskoversicherung. Brandschutzmauern zwischen Spekulations-Banking und Kundengeschäft. Mehr Eigenkapitalrücklage vor allem für die Großbanken. Und wie bei der Euro-Einführung versprochen: keine Übernahme der Schulden fremder Länder. Europa ist zum Spielball der Konzerne und Großbanken geworden. Das muss sich ändern.

Welches Potenzial an Wählerstimmen rechnen Sie sich für die Bundestagswahl aus?

Bei der Europawahl 2009 haben wir bereits 1,7 Prozent der Stimmen erreicht, bei der Bayern-Wahl im Jahr davor 10,2 Prozent. Bei der nächsten Bayern-Wahl wollen wir noch stärker werden, und wir rechnen uns durchaus Chancen aus, bei der Bundestagswahl in den Bereich der Fünfprozenthürde zu kommen, wenn wir unsere Euro-Politik richtig rüberbringen.

Wie, glauben Sie, wird die CSU auf Ihre neue Strategie reagieren?

Die CSU schwitzt schon, das merkt man. Wir hatten am 26. April eine Resolution gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM und den Fiskalpakt in den Landtag eingebracht. Bayern könnte im Bundesrat den Wahnsinn ESM stoppen. Leider wurde der Antrag abgelehnt. Einige Abgeordnete von Schwarz-Gelb haben uns recht gegeben, müssen in der großen Mehrheit aber ihrer falschen, von oben vorgegebenen Parteilinie folgen.

Bankenregulierung: ja. Ausgrenzung und nationale Alleingänge: nein!

Wenn der FW-Chef Aiwanger über die Regulierung der Banken redet, dann stimme ich zu. Wenn er sagt, dass wir keine Schulden fremder Länder übernehmen sollten, dann wird mir Angst und Bang.

Wieso sind EU-Staaten fremde Länder? Wer hat eigentlich den Schaden bezahlt den Deutschland in Europa in den letzten 3 Generationen angerichtet hat? Wer profitierte eigentlich am meisten von einem Euro in einer ungleichgewichtigen EU? Was hat eigentlich Deutschland davon, wenn andere EU-Länder scheitern, egal ob selbst verschuldet oder als Opfer von Spekulanten und fiskalischen Zwängen? Wieso macht es Sinn, dass wir kaum Zinsen und Spanien an die 7% Zinsen bezahlt? Und was haben wir davon, wenn Länder wie Griechenland, Spanien, Zypern, Italien, usw nicht klar kommen? Es hängt doch alles mit allem zusammen. Jeder Erfolg ist auch der Erfolg eines Anderen. Jeder Misserfolg führt zu Misserfolg bei Anderen.

Eine so undifferenzierte Darstellung a la Aiwanger ist populistisch und schürt nur wieder nationale Alleingänge. Und es wäre nicht das erste Mal, dass nationale Egoismen Europa ins Chaos stürzen. Ich protestiere gegen die Allmacht eines missbrauchten Geld- und Finanzsystems, aber nicht gegen Europa. Ich bin für aufrichtige Hilfsbereitschaft und nicht für populistisches Sendungsbewusstsein. Ich will mehr Demokratie und nicht mehr nationale Alleingänge.

Solange ich nicht weiß, was sich die FW ein Zusammenleben in Europa vorstellen und nur sagen, was sie nicht wollen, kann ich sie nicht wählen.

Wenn zwei sich sreiten, freut sich der Dritte.

Wie sollen wir Bürger denn eine globalisiertes Finanzsystem regulieren, wenn wir nicht zusammen halten.

Und die Spekulanten freuen sich schon auf ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Aiwangers Politik ist schlicht dumm.