Die westliche Welt versinkt in Schulden ... es wird eine neue Geldordnung geben ... denke ich

21:20

Deutlicher Wertverlust

Euro-Krise droht den Dollar anzustecken

Die Angst um den Euro ebbt ab, doch nun braut sich in den USA der nächste Sturm zusammen. Denn der amerikanische Schuldenberg wird immer gigantischer. Der Dollar hat schon deutlich an Wert verloren.

Von Frank Stocker

Dollar-Schein in Flammen
© getty (2) Dollar-Schein in Flammen

Monatelang stand Europa im Zentrum der Schuldenkrise. Das hatte für andere Staaten und Regionen mit ähnlichen Problemen den großen Vorteil, dass sie damit aus dem Fokus waren. Doch nun, da sich die Lage in unseren Breiten etwas beruhigt, weiten mehr und mehr Investoren wieder ihren Blick.

Dabei wird vielen bewusst, dass Europa zwar Probleme haben mag. Diese sind aber kaum der Rede wert im Vergleich zu dem Schuldenberg, der sich in den USA auftürmt. Und wenn dieser kippt, dann würde dies die ganze Aufregung um Griechenland, Spanien oder Italien bei Weitem in den Schatten stellen.

Euro-Kurs steigt bis zu 1,40 Dollar

Die ersten Anzeichen für den Stimmungsumschwung sind am Wert der US-Währung zu erkennen. So hat der US-Dollar in den vergangenen Wochen bereits deutlich nachgegeben. War ein Euro Ende Juli gerade mal noch 1,20 Dollar wert, so hat er sich inzwischen wieder über 1,30 Dollar etabliert.

Und es kann kurzfristig noch weiter aufwärts gehen. "Der Euro-Dollar-Kurs dürfte noch auf 1,35 oder sogar bis 1,40 Dollar klettern", sagt Christian Apelt, Devisen-Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen.

Staatsverschuldung in den USA steigt enorm an

Und langfristig ist sogar noch viel mehr drin. Denn während Europa seine Schuldenkrise inzwischen angeht, wächst das Defizit in den USA ohne Hemmungen weiter. 2005 betrug die Staatsverschuldung noch 5,6 Billionen Dollar, 2010 waren es schon 13,5 Billionen und den aktuellen Prognosen zufolge werden es bis 2016 rund 20 Billionen sein.

© Infografik Die Welt

Verschuldung

© Infografik Die Welt Verschuldung

Haushaltsdefizit

© Infografik Die Welt Haushaltsdefizit

Das wäre eine Vervierfachung innerhalb eines einzigen Jahrzehnts. Um die erste Billion an Schulden aufzuhäufen, hatten die USA noch 200 Jahre gebraucht, die letzte war nach 286 Tagen dazu gekommen.

Abbau des US-Schuldenbergs dauert eine Ewigkeit

Was das bedeutet, kann sich bei diesen gigantischen Summen kaum noch jemand vorstellen. Ein Vergleich hilft daher vielleicht ein wenig: Angenommen jemand hätte bei Christi Geburt angefangen, jeden Tag eine Million Dollar zu sparen, so müsste er von heute an noch weitere 731 Jahre denselben Betrag täglich zurücklegen, um am Ende auf eine Billion zu kommen.

Und um 20 Billionen Dollar zurückzuzahlen, wären nach dieser Methode rund 60.000 Jahre erforderlich. "Die Konsequenzen für den Schuldendienst aus Zins und Tilgung sind daher so gut wie unvorstellbar", sagt Eberhard Unger, Volkswirt beim unabhängigen Analysehaus Fairesearch.

Europäer leben ebenfalls über ihre Verhältnisse

Natürlich sind die USA nicht allein mit dieser Schuldenpolitik, auch die Europäer haben in den vergangenen Jahrzehnten deutlich über ihre Verhältnisse gelebt. Und dennoch: Die öffentliche Verschuldung in der Euro-Zone beträgt im Durchschnitt 90 Prozent, in den USA sind es bereits 110 Prozent. Und das Entscheidende: In Europa haben auch die schlimmsten Schuldensünder inzwischen radikale Maßnahmen ergriffen, um ihre Haushaltsdefizite in den Griff zu bekommen.

Den Planungen zufolge soll das jährliche Defizit in der Eurozone bis 2014 auf 2,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken. Und selbst wenn das zu optimistisch sein sollte: In den USA zielen sogar die Planungen nur auf einen Rückgang auf minus 5,6 Prozent. "Es fehlt ein glaubwürdiger Plan, wie der Staatshaushalt mittelfristig stabilisiert werden soll", sagt Carsten Klude von M. M. Warburg.

Demokraten und Republikaner sind in der Haushaltspolitik zerstritten

Doch damit noch immer nicht genug. Zusätzlich droht den USA in den kommenden Monaten auch noch ein wirtschaftlicher Absturz, der durch den politischen Stillstand rund um die Präsidentschaftswahlen ausgelöst werden könnte. Denn sollten sich Demokraten und Republikaner bis zum Jahresende nicht auf ein gemeinsames Programm verständigen, werden diverse Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen automatisch wirksam. Andreas Busch, Chefvolkswirt beim Anleihenmanager Bantleon, nennt sie eine "Zeitbombe".

Denn es geht hierbei um rund 500 Milliarden Dollar. So sollen beispielsweise die einst von Präsident George W. Bush veranlassten Steuersenkungen auslaufen - Umfang: 225 Milliarden Dollar. Gleichzeitig würde der Haushalt nach dem Rasenmäherprinzip um 54 Milliarden Dollar zusammengestrichen. Hinzu kommen diverse andere Maßnahmen, die sich dann auf rund vier Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung summieren.

US-Wirtschaft droht eine Rezession

"Sollte die Wirtschaftsleistung tatsächlich in dieser Größenordnung einbrechen, würde die US-Wirtschaft unweigerlich in eine Rezession stürzen", sagt Busch. Die Hoffnung ist, dass die Politik sich doch noch zusammenrauft und dies verhindert. Aber: "Werden die Sparmaßnahmen andererseits ein weiteres Mal verschoben, droht die US-Staatsschuld weiter anzusteigen." Die USA haben also nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Kurs des Dollar könnte drastisch sinken

Noch ist es vor diesem Hintergrund an den Finanzmärkten erstaunlich ruhig. Bisher zweifelt auch kaum jemand die Zahlungsfähigkeit des US-Staates an. Doch Busch mahnt, dass dies nicht immer so bleiben muss. "Werden die notwendigen, unbequemen Entscheidungen immer nur kurzfristig auf die Zukunft verschoben, wie bisher, wächst das Risiko, dass auch die Finanzmärkte eines Tages daran zweifeln, ob der US-Staat langfristig seine Verbindlichkeiten bedienen wird."

Die Folge wäre ein massiv sinkender Dollar-Kurs und deutlich steigende Renditen für US-Anleihen. Auch Carsten Klude warnt davor. "Wir erwarten dies zwar in der kurzen Frist nicht, doch falls in den kommenden Jahren keine überzeugende Antwort auf die ausufernde Verschuldung gefunden wird, könnte ein solches Szenario wahrscheinlicher werden." Die Lunte brennt also. Nur weiß niemand, wie lange die Zündschnur ist.

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