Herr Bundespräsident Wulff: Bitte treten Sie zurück

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Wulff,

ich bitte Sie umgehend von ihrem Amt zurück zu treten. Die Gründe für meine Forderung sind:

  • Mangelndes Feingefühl für eine ethisch unanfechtbare Amtsführung
  • Mangelnde Gelassenheit im Umgang mit der Pressefreiheit
  • Wenig authentische Kommunikation mit den Bürgern

Zum ethischen Feingefühl: Sie haben in so vielen Fällen die Grauzone zwischen Kooperation und Korruption betreten ohne den Bürgern den Sinn und die Ethik hinreichend erklären zu können. Es ist sogar zu vermuten, dass Sie korrumpierbar geworden sind. Jedenfalls fällt es sehr schwer Ihnen abzunehmen, dass Sie letztlich Hotelrechnungen bar nachgezahlt haben oder Kredite ohne Sonderbedingungen und Auflagen erhalten und refinanziert haben. Es wirkt wie das damalige bayrische Amigo-System. Es mag sein, dass Sie sich rechtlich nichts zu schulden haben kommen lassen, aber Ihnen sollte klar sein, dass ihr Amt ein Vorbild für jeden anständigen und rücksichtsvollen Menschen ist, der gelassen und souverän mit den Herausforderungen des Lebens umgehen möchte. Wir brauchen Vorbilder und nicht noch mehr Politikverdrossenheit. Die Demokratie ist durch Lobbyismus und Konsumismus ohnehin unter Beschuss.

Zur mangelnden Gelassenheit: Ein Mensch, der mehrfach hintereinander wütend bei mehreren hochrangigen Presseverantwortlichen anruft, ist entweder ein Gegner der Pressefreiheit, dumm oder unter Druck. Völlig untragbar im Amt eines Präsidenten. Was auch immer. Ich vermute, ihr gespaltenes Verhältnis zu ihrem Tun ist das Problem. Verständlich als Mensch, viele sind so, ich manchmal auch. Wenn Sie nichts zu verbergen haben, hätten Sie auch gelassen um Aufschub von Pressemitteilungen bitten können, um sich umfassend erklären zu können. Ich bin überzeugt, man hätte Ihnen dazu Gelegenheit gegeben. Jedenfalls hätten Sie darauf bauen sollen.

Zu Authentizität: Ihr Interview und Veröffentlichungen zu den an Sie gerichteten Vorwürfen erzeugte zwiespältige Gefühle. Vermutlich taten Sie nur gelassen, freundlich und ruhig. Ich sah dort ein wütenden Menschen eingezwängt in sozial erwünschtes Verhalten. Und wenn Sie sich im Recht gefühlt haben sollten, dann haben Sie völlig unnötig gekuscht und falsche Demut gezeigt. Also: Sie waren entweder unbeherrscht oder feige. Nicht auszudenken, wenn Sie mit derartigen Eigenschaften mal wirkliche Probleme zu vertreten haben. Souverän war das jedenfalls nicht und Sie sollten ein Vorbild für Souveränität sein. Vergessen Sie nicht, es ist das unabhängigste, höchste und bestausgestattete Amt, dass wir Bürger eingerichtet haben, damit wir weiter in einer ethisch, ökonomisch und ökologisch gerechten Welt leben können.

Bitte treten Sie zurück und stellen Sie die Würde des Amtes wieder her. Sie sollten zudem 50% ihrer Ansprüche einem guten Zweck spenden. Sie können ja mithelfen, die Kinderarmut in Deutschland auszuradieren. Meine Vorschlag ist der Aufbau der Aktion Hoffnungskind. 

Es geht um gut leben statt mehr haben

Herbert Haberl
Unternehmer und Aktivist für ökohumanes Tätigsein
Tel: +49 170 7620660; XingLinkedInFacebookGoogle+

Innovative Mitte
Direktkandidat für den Bundestag im Wahlkreis 77 Berlin-Pankow