Lesenswerte Artikel und Kommentare zum Thema Wirtschaftswachstum?

Leserdebatte

Wie wachsen wir besser?

ZEIT ONLINE hat fünf Ökonomen gefragt, wie wir gerechter und nachhaltiger wachsen. Und was meinen Sie? Was ist gutes Wachstum – und welches befördert Krisen?

© Stringer/Reuters

Die deutsche Wirtschaft wächst wieder

Die deutsche Wirtschaft wächst wieder

Die Konjunktur kommt langsam wieder in Fahrt. Geht alles gut, erreicht die deutsche Wirtschaftsleistung in zwei, drei Jahren wieder den Höchststand aus dem Jahr 2008. Dann können wir die Krise abhaken und weitermachen wie bisher. Oder? Zeit für eine Debatte.

ZEIT ONLINE hat fünf Ökonomen aus unterschiedlichen Denkschulen die Frage gestellt, wie wir künftig gerechter und nachhaltiger wachsen können. Heraus gekommen sind fünf Video-Statements darüber, wie ein besseres Wachstum möglich ist und was wir hierfür verändern müssten. Den Anfang macht Hans Christoph Binswanger, Volkswirt an der Universität St. Gallen und Autor des Buches Die Wachstumsspirale. Die weiteren Beiträge werden in den kommenden Tagen veröffentlicht.

Was muss sich Ihrer Meinung nach in Zukunft ändern, damit die Wirtschaft gerechter wächst? Was können wir aus der Krise lernen? Können wir überhaupt etwas daraus lernen, oder wird alles weitergehen wie bisher?

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Leser-Kommentare

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  1. ... wird auch weiterhin nicht gestellt. Genauso wenig die Frage, ob es überhaupt möglich ist, stetig zu "wachsen". Oder was das gemessene Wachstum überhaupt darstellt...

    Gedanken zu unserem Geldsystem findet man mittlerweile zuhauf im Netz, hier nur ein Beispiel von vielen, ein Artikel von Mike Shedlock:

    http://www.marketoracle.c...

    Zitat:
    "Ponzi Financing.
    Borrowers have to pay interest on the amount borrowed. However, the interest and the debt cannot possibly be paid back except by an ever expanding Ponzi scheme of lending. That scheme can last only as long as everyone believes the debt can be paid back and the market value of that debt keeps rising.
    It's a faith based system in which banks extend loans and hold the credit on the books (or in many cases off the books in various structured instruments). The banks are thought of as being well capitalized as long as the value of credit on the books in relation to their reserves meets some ridiculously low minimum set by the Fed"

    ...

  2. ... dass der Staat irgendwann einmal seine Schulden begleicht. Das ist natürlich ein Märchen. Raimund Brichta (ntv) hat zu diesem Thema einen netten Artikel veröffentlicht:

    http://www.teleboerse.de/...

    Zitat:
    "Immer wenn ein Bankkredit zurückgezahlt wird, schrumpft die Menge an vorhandenem Geld. Um dies wieder auszugleichen, muss ein neuer Kredit aufgenommen werden. Um genau zu sein, müssen sogar mehr neue Schulden gemacht als alte getilgt werden, weil auch noch die Zinsen für die Kredite zu zahlen sind.

    Schon allein aus diesem Grund MÜSSEN Geld- und Schuldenmengen stetig wachsen. Da gibt es keinen Ausweg. Würde der Staat etwa seine Schulden tilgen, würde er damit Geld vernichten, das dann an allen Ecken und Enden fehlen würde. Die Wirtschaft bräche zusammen. Wer sich diesen einfachen Zusammenhang klar macht, wird nicht länger darüber schwadronieren, der Staat müsse seine Schulden irgendwann zurückzahlen. Er weiß einfach, dass dies nicht geschehen wird, ja dass es gar nicht geschehen KANN."

    ...

  3. Sonst haben jene die selbst taub sind oder deren PC stumm ist ziemlich schlechte Karten

    • 08.04.2010 um 15:14 Uhr
    • Oshima

    Ich finde es immer wieder erschreckend in Diskussionen über das Wirtschaftswachstum festzustellen, dass die meisten Beteiligten keine Ahnung davon haben, was da eigentlich genau wächst. Manche glauben tatsächlich es ginge um Wohlstand. Kann man natürlich so sehen wenn man den Kreis der Wohlhabenden immer enger zieht.

  4. ... im Sinne von wachsenden BIP ist nur deshalb überhaupt nötig, weil Nicht-Wachstum bedeuten würde, dass das Geld welches per Zinsen und Renditen dem Markt ständig entzogen wird, direkt in eine Rezession führt (Geldmangel).

    Mit anderen Worten: es ist ständige Geldschöpfungssteigerung oberhalb der Sparrate nötig (wie auch schon oben jemand richtig erklärte). Da diese wiederrum nur über Kredite möglich ist, braucht es ständig neue Investitionsmöglichkeiten und da die entsprechenden Kredite natürlich auch abbezahlt werden müssen, muss sich auch der Kreis der Abnehmer ständig ausdehnen (vermehrter Export) oder die Abnehmer müssen ständig mehr konsumieren.

    Diese Betrachtungsweise impliziert natürlich auch den Lösungsvorschlag: die Eigentumskonzentration muss weitgehend aufgelöst werden. Damit entfielen auch die Zinsen und Renditen weitgehend (bzw. gehen an die konsumierende Masse, statt an die Extrem-Sparer). Je gleichmässiger das Geld verteilt ist und je öfter es immer wieder ausgegeben wird, umso weniger BIP-"Wachstum" sollte nötig sein.

    Das wirft natürlich neue zu klärende Probleme auf, die allerdings alle gegen eines verblassen: wie überzeugen wir die herrschende (Geld-)Elite davon?

    Mein Fazit: es wird sich, jeder Vernunft zum trotz, ÜBERHAUPT NICHTS in diese Richtung ändern. Die meisten Leute verstehen das Problem nicht und wenn es anders wäre, fehlte doch die Demokratie um es umzusetzen...

    Empfohlener Kommentar
  5. ...und nehmen uns dabei am besten ein Beispiel an der Natur. Wo es kein Wachstum gibt - sondern ausschließlich Transformation.

  6. Um so mehr man sich mit den Thesen der VWL auseinandersetzt um so klarer wird es, dass hier der Ausdruck Wissenschaft völlig unangebracht ist.

    Wissenschaftliche Theorien sollten mindestens den Vergleich mit den empirischen Beobachtungen standhalten und grundlegendes Verhalten Vorhersagen.

    Die Krise entlarvt also in ihrer angeblichen Unvorhersehbarkeit unsere Wirtschaftweisen als Scharlatane. Beobachtet man die Geschichte der Wirtschaftswissenschaft so wir deutlich, dass für die Auswahl des vorherrschenden Wirtschaftsmodells nur ein Maßstab gilt:

    Wirtschaftswissenschaft dient dazu die Umverteilung von Unten nach Oben zu legitimieren.

    Die Neoklassik ist ein seit Jahrzehnten als mathematisch fehlerhaft entlarvtes Model das höchstens zur Erzeugung hübscher Powerpoint Presentationen in Aufsichtsratssitzungen taugt.

    Wer mehr über die Unzulänglichkeiten der VWL wissen will und sich nicht scheut sich auch mal mit Mathematik auseinanderzusetzen kann ja mal hier anfangen:

    http://www.inwo.de/module...

    und auf diesem (wissenschaftlichen) Blog weiterlesen:
    http://tandemvipera.blogs...

    Zum Schluß ein Zitat von Kenneth E. Boulding:
    "Anyone who believes exponential growth can go on forever in a finite world is either a madman or an economist"

  7. versucht weiterhin die Anhäufung von Vermögen in den Händen weniger zu legitimieren.

    Er möchte das dies ein wenig gemässigter geschieht. Schön und gut.

    Ich unterstelle ihm, dass er das Problem der "ungezügelten Wertschöpfung" erkannt hat und merkt, dass der Widerstand innerhalb der Gesellschaften Weltweit gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung wächst.

    Er hat erkannt, dass wenn sich das Kapital nicht in Zukunft zurückhält das Pulverfass endgültig explodiert. Aber:
    1. Es wird sich an der Gier der Besitzenden nichts ändern.
    2. Ohne die Vernichtung der Aktiva und weitreichende Entschuldung ist keine wirkliche Veränderung möglich.
    3. Seine sogenannte Spirale erklärt nicht wie das exponentiale Wachstum der Aktiva mit einem linearen Wachstum Schritt gehalten werden soll. (Schon mal was von Zinsezins gehört Herr Binswanger?)

    Ich erkläre seine Wirtschaftstheorie aus diesem Grund für ebensowenig wissenschaftlich wie die Neoklassik oder den Monetarismus ohne mich damit weiter auseinander setzen zu müssen.

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