Stevia statt Zucker wären für alle Verbraucher gut – wird aber wegen industriepolitischer Erwägungen verhindert

Stevia

Zuckerblatt, Süßkraut, - das kontroverse Kraut

Das Szenario ist schon etwas bizarr. Auf der einen Seite: In Spanien gibt es seit Jahren einen von der EU genehmigten, groß angelegten Versuchsanbau von Stevia. Hintergrund ist, daß der Steviaanbau in den nächsten Jahren den erheblich subventionierten Tabakanbau in der EU ersetzen soll.

Auf der anderen Seite: Das Veterinäramt machte uns im letzten Jahr sehr deutlich, daß wir Stevia nicht mehr als Lebensmittel ausloben dürften, andernfalls müssten wir mit gerichtlichen Konsequenzen rechnen. Der Grund: Um den EU-Bauern im Süden Europas eine gute Chance für einen Start in den wirtschaftlichen Steviaanbau zu geben, soll der Markt für Stevia und Steviaprodukte erst geöffnet werden, wenn der EG-eigene Anbau genügend verbreitet ist. Es soll so vermieden werden, daß Stevia aus Japan und Südamerika den EG-Markt überschwemmt und damit die einheimischen Bauern schwächt. Fazit: Stevia, egal in welcher Form, ist laut Novel-Food-Verordnung aus Brüssel nicht als Lebensmittel oder Lebensmittelzusatzstoff zugelassen, und solange wir uns auf dieser Insel namens „Europäische Union“ befinden, dürfen wir diese Pflanze nicht zu Genußzwecken anpreisen. Also - Stevia ist momentan lediglich eine wunderschöne Zierpflanze! Außerhalb Europas gelten andere Regeln. In Japan wird z.B. die zuckerfreie Cola Light® nur noch mit Stevia-Extrakten gesüßt. Stevia hat durch die kontroverse Debatte in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen, und wir vermehren und kultivieren die Pflanze schon seit 1992. Wer sich mehr über das inzwischen zum Politikum gewordene Thema Stevia informieren will, dem empfehle ich die Internetseite www.freestevia.de Andere Namen sind: Honigblatt, Süßblatt, Süßkraut aus Paraguay, Zuckerpflanze, Kaá Heé. Historische Anwendung und Gebrauch außerhalb der EU Steviablätter sind das traditionelle, praktisch kalorienfreie Süßungsmittel für Matetee – das Nationalgetränk Paraguays. Die Blätter dieser subtropischen Staude enthalten einen Süßstoff (Steviosid), der die Süßkraft anderer natürlicher Süßstoffquellen bei weitem übertrifft. In den USA wird Stevia Diabetikern empfohlen. Dort wird auch die Koch- und Backfestigkeit (bis 200°C) und das fehlende Eigenaroma der Blätter geschätzt. Ältere Blätter haben den höchsten Wirkstoffgehalt. In Südamerika nutzt man die Wirkung als Geschmacksverstärker in süßen wie salzigen Speisen. Aber das ist nicht alles. Die Waldrandpflanze der Guarani hat auch wissenschaftlich nachgewiesene Heilwirkungen: – gegen Zahnfleischbluten, Karies, Zahnbelag, gemahlene Blätter als Gesichtsmaske (pilz- und bakterienhemmend – gegen Candida und Ekzeme und zur Diabetes-Prophylaxe. Pflege: Die Pflanze blüht ab Oktober bis Februar mit kleinen weißen Blüten (Kurztagpflanze) Im Sommer kann Stevia als Kübelpflanze draußen stehen. Ab und zu nachdüngen, mäßig gießen und die Spitzen auskneifen, damit sie buschiger wird. Überwinterung: Bei 15-20°C, sehr hell, sparsam gießen.

Historische Anwendungen und Gebrauch außerhalb der EU:

Steviablätter sind das traditionelle, praktisch kalorienfreie Süßungsmittel für Matetee – das Nationalgetränk Paraguays. Die Blätter dieser subtropischen Staude enthalten einen Süßstoff (Steviosid), der die Süßkraft anderer natürlicher Süßstoffquellen bei weitem übertrifft. Geeignet für Diabetiker. Durch die Koch- und Backfestigkeit (bis 200°C)