Tatsächliche Staatsverschuldung in Europa im Vergleich

Ehrbare Staaten? – Tatsächliche Staatsverschuldung in Europa im Vergleich

Die aktuelle Schuldenkrise in Europa zeigt, welch krisenhafte ökonomische Auswirkungen ausufernde Staatsschulden haben können. Dabei machen die offiziell ausgewiesenen Schulden, um die sich die öffentliche Diskussion vorwiegend dreht, nur einen kleinen Teil der gesamten Staatsschulden aus. Denn fast alle Staaten gehen jedes Jahr in erheblichem Ausmaß rechtswirksame Zahlungsverpflichtungen ein – insbesondere in Form staatlicher Renten- und Pensionszusagen oder auch Gesundheits- und Pflegeleistungen –, ohne für diese ausreichende Rückstellungen zu bilden. Dabei ist heute schon offensichtlich, dass bei Fortführung des Status quo die zukünftigen Steuer- und Beitragseinnahmen nicht zur Finanzierung sämtlicher staatlicher Leistungen und Leistungsversprechen ausreichen werden. Ein Grund dafür ist nicht zuletzt die zukünftige Alterung der Bevölkerung. In dem Ausmaß, in dem staatliche Leistungsversprechen nicht durch zukünftige Einnahmen gedeckt sind, spricht man von impliziten oder versteckten Staatsschulden.

In unserer neuen internationalen Vergleichsstudie zur Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen werfen wir einen realistischen Blick auf die tatsächliche Staatsverschuldung in den zwölf Gründungsstaaten der Eurozone (Euro12-Staaten) und betrachten neben den expliziten auch die impliziten Schulden. Zusammen ergeben beide die sogenannte Nachhaltigkeitslücke.