Unfassbar: Berliner Beamte fehlen an 82 Arbeitstagen – kann mir jemand sagen, woran das liegt, wenn nicht an einem schamlosen Umgang mit uns Bürgern als Arbeitgebern?

Öffentlicher Dienst

Beamte fehlen an 82 Arbeitstagen

Berlins Beamte, Angestellte und Arbeiter sind fast genauso lange krank wie sie Urlaub haben. Im Durchschnitt hat jeder Beschäftigte an 81,9 Wochentagen nicht gearbeitet. Die Abwesenheitsquote lag damit bei 22,4 Prozent. Das geht aus dem ersten Bericht über die Abwesenheitsquote im öffentlichen Dienst hervor, den Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) vorgelegt hat.


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Die meiste Zeit fehlten die Mitarbeiter des Stellenpools. Aber auch bei den Schulen, der Feuerwehr und der Polizei gibt es hohe Abwesenheitsquoten.

Zählt man alle Fehlzeiten zusammen, kommt man auf 8,7 Millionen Kalendertage, an denen die Beamten, Arbeiter und Angestellten nicht ihrer Tätigkeit nachgingen. In diese Berechnungen flossen Abwesenheiten wegen Urlaub, Krankheit und Kuren, aus familiären sowie sonstigen Gründen ein. Dazu zählen unter anderem Freistellungen für Schöffentätigkeiten, Aufgaben als Wahlhelfer, Wehr- und Zivildienst. Nicht einbezogen sind Abwesenheitszeiten aufgrund von Fortbildungen und Dienstreisen.

Auffällig ist insbesondere die hohe Zahl an Krankmeldungen. Während die Urlaubstage 43,7 Prozent aller Fehltage ausmachen, kommt die Summe aller Krankheitstage auf 43,6 Prozent. Besonders wenige Fehlzeiten hatten die Förster und Mitarbeiter der Berliner Forsten, die auf eine Abwesenheitsquote von 15,3 Prozent kamen. Im Vergleich dazu liegt der Spitzenreiter bei den Abwesenheitszeiten, der Stellenpool, bei einem fast doppelt so hohen Wert von 29,6 Prozent aller Arbeitstage. Dort ist allerdings die Behindertenquote deutlich höher als in anderen Verwaltungsbereichen. Hoch sind die Abwesenheitszeiten aber auch bei der Feuerwehr (23,1 Prozent), der Polizei (25,5 Prozent) und bei den Finanzämtern (22,9 Prozent).

In den Bezirken fehlen die Beschäftigten ebenfalls häufig. Spitzenreiter ist Tempelhof-Schöneberg mit einer Quote von 23,1 Prozent, vor 22,9 Prozent in Mitte und 22,3 Prozent in Neukölln. Der wesentliche Grund für die steigenden Abwesenheitszeiten ist laut Finanzsenator Nußbaum die Zunahme der Krankschreibungen. "Unter der Annahme, dass sich das Urlaubsverhalten im nächsten Jahr nicht wesentlich verändert und sich zugleich bei den krankheitsbedingten Abwesenheiten nach oben fortsetzt, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die krankheitsbedingten Abwesenheiten bei den Beschäftigten den ersten Rang übernehmen", heißt es in dem Bericht. Kurz gesagt: Berlins Beamten, Arbeiter und Angestellte sind bald länger krank, als sie Urlaub haben.

"Das ist das Ergebnis einer verfehlten Personalpolitik", sagte die CDU-Abgeordnete Monika Thamm gestern, die sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung des öffentlichen Dienstes beschäftigt. Der Einstellungskorridor sei mit 240 Vollzeitstellen deutlich zu klein. In der Berliner Verwaltung müsse mehr ausgebildet und dann auch eingestellt werden, forderte Thamm. Sie verwies auf eine kürzlich stattgefundene Anhörung von Vertretern der Berliner Finanzämter, die ein erhebliches Nachwuchsproblem beschrieben hatten. "Wenn die Verwaltungen überaltert sind und zu wenig Junge einstellen können, darf man sich nicht wundern, dass sich viele Mitarbeiter aufgrund der hohen Arbeitsbelastung krank melden", sagte Thamm. Beispielsweise fehle bei den regionalen sozialen Diensten in den Bezirken fast ein Drittel des Personals.

Die Probleme der Überalterung und der hohen Ausfallzeiten führen in den Bezirken zu erheblicher Unruhe. Auf Personalversammlungen hatten die Bezirksbürgermeister erst vor einigen Wochen auf die daraus resultierende Pensionierungswelle aufmerksam gemacht. Sie forderten mehr Neueinstellungen. Finanzsenator Nußbaum warnte allerdings, nun wieder viele neue Mitarbeiter von außen im öffentlichen Dienst zu beschäftigen, weil das die Personalkosten in Berlin weiter nach oben treibe.